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Akita ist ein
Hund. Keine Zweifel. Nur, er ist etwas anders als das in den Menschenköpfen
eingeprägte Bild eines Hundes, das beweisen am besten die Reaktionen der
Fachleute. Auf das Wort „Akita“ werden bei Hundetrainern entweder die Hände über
dem Kopf geschlagen oder begegnet man plötzlich aufleuchtende Augen, die eine
eindeutige Bewunderung für die Rasse bezeugen. Dazwischen gibt es keine
Graduierung! Entweder will man mit Akita nichts mehr zu tun haben, für kein Geld
der Welt oder ist man der Rasse mit Herz und Seele verfallen: „Einmal Akita –
immer Akita“.


 


Der Mensch formt fast jede Hunderasse, manchmal kreiert er eine neue, der Mensch beeinflusst die Entwicklung aller Rassen. Bei Akita ist das nicht anders, allerdings auf eine besondere Weise. Seit Hunderten von Jahren schätzte man an dieser Rasse ihre Selbstständigkeit, die gepaart mit hoher Intelligenz, Dominanz und Ur-Instinkten einen außergewöhnlichen Begleiter des Menschen hervorbrachte. Japanern sein Dank... Aber ein inkonsequent geführter Akita kann zum schlimmsten Alptraum des Besitzers werden.

 

Schauen wir uns den Hund an. Ein muskulöser Körperbau, mit sehr für das Auge angenehmen Proportionen, starkem Deckhaar und unglaublich dichter Unterwolle. Der Akita ist eindeutig ein Vertreter der nordischen Rassen, der die frostigen Temperaturen nicht fürchtet, sogar genießt. Kein starker Schneefall oder Regenguss kann dem Hund was anhaben. Die wunderschöne Rute wird auf dem Rücken gerollt getragen, die Spitzohren stehen aufrecht, die dreieckigen, dunklen  Augen schauen immer aufmerksam zu. Schon alleine das imposante und würdevolle Erscheinen eines Akita zieht die Aufmerksamkeit der Passanten wie ein Magnet an.

 

Das wunderschöne Bild des Akita darf aber nicht täuschen, er ist kein Kuschelbär oder Spielzeug. Besitzer von Akita müssen gewisse Eigenschaften aufweisen und bereit sein sehr viel Zeit sowie Einfallsreichtum in den Hund zu investieren, damit sie mit dem Akita zufrieden sind aber auch umgekehrt. Über mehrere Jahrhunderte wurde von Akitas Vorfahren Außergewöhnliches verlangt, er war ein BEGLEITER (kein Hund) der Samurai, er war der Beschützer der Höfe, er war das Vorzeigeobjekt der Adeligen und ein unerbittlicher Jäger auf Rot- und Schwarzwild und er lehrte Bären das Fürchten. Diese Menge von Aufgaben brachten einen Menschenfreund hervor, der zwar unglaublich menschenbezogen ist, aber gleichzeitig das Recht zum selbstständigen Denken und eigenen Entscheidungen beansprucht. Durch seine Vorgeschichte hat der Akita besondere Eigenschaften,  die für viele Menschen  schwer zu begreifen sind. Diese zum Glück erhaltenen Charakterzüge sind aber auch der Grund, warum etliche Akitabesitzer so stark auf diese Rasse fixiert sind.

 

In den Hundeschulen ist ein Akita meistens kein willkommener Mitspieler, obwohl die Sozialisierung vom Welpenalter an zu den grundliegenden Aufgaben eines Besitzers gehört. Er ist SEHR dominant, freundlich zu allen Vierbeinen aber nur unter der Voraussetzung, dass ER der Chef unter den Hunden ist. Gleichgeschlechtliche Hunde, die diese Tatsache nicht akzeptieren wollen, werden eines Besseren belehrt. An diesem Punkt fängt die feinfühlige Arbeit des Trainers und Besitzers an, bei guter Teamarbeit wird ein Akita zu Traumhund. Dazu kommt noch, dass ein Akita eine Sturheit besitzt, die die des Esels um Längen schlägt. Er begreift schnell und genauso schnell wird er mit monotonen Übungen gelangweilt. Er kann zu einem Schreck ungeduldiger Trainer werden. Erteilte Befehle werden zuerst immer nach ihrem Sinn analysiert und erst dann wird es entschieden... Versuche einen Akita auf eine rüde Weise zu erziehen, sind zum Scheitern verurteilt – er schaltet auf stur, er hört und sieht nichts mehr. Hier sind Feingefühl, Ideenreichtum in der Erziehung und  Kommunikation in beiden Richtungen gefragt und unbedingt erforderlich. Das vereinfachte Bild der Erziehung: „Der Mensch sagt, der Hund hört“ funktioniert nicht, das Frauchen/Herrchen und der Akita müssen beide aufeinander eingehen. Nur wenn der Besitzer bereit ist die Signale des Hundes zu verstehen und auf sie einzugehen, wird der Erziehungsprozess erfolgreich. Zu den etwas unangenehmen Eigenschaften der Akita gehört ein starker Jagdtrieb. Aber Dank seiner Intelligenz und Liebe zu seinen Menschen kann man sich mit einem Akita auch in dieser Beziehung arrangieren.

 

Akita als Zwingerhund ist praktisch undenkbar. Er will und muss vollkommen in der Familie integriert sein, nur dann kann er sich zu einem Prachthund entwickeln und alle seinen Vorzüge beweisen. Diese Hunde haben eigenständige, starke Persönlichkeiten, jeder von ihnen ist in seinem Wesen anders. Trotzdem gewisse Gemeinsamkeiten sind unübersehbar. Wie bereits gesagt, Akita sind sehr dominante Hunde. Hündinnen geben sich mit ihrer Position in der Familie eher zufrieden, viele Rüden versuchen aber immer wieder sich in der Familie hoch zu mobben. Daher ist der Besitzer verpflichtet ein eindeutiger, „würdiger“ Alpha im „Rudel“ zu sein. Für Akita-Neulinge werden von verantwortungsvollen Züchtern Hündinnen empfohlen, sie sind etwas führiger. Gewalt gegenüber dem Akita führt in keinem Fall zu einem Erfolg, der Akita unterwirft sich nicht, er ordnet sich unter, das ist ein riesiger Unterschied. Kinder werden in der Familie üblicherweise akzeptiert, oft bemuttert, sogar von Rüden. Man darf aber unter keinen Umständen vergessen, dass Akita große, kräftige und unabhängige Hunde sind und Kinder sollten niemals mit einer Akita alleine gelassen werden wenn man sich nicht sicher ist ob der Akita seine Position im Menschenrudel kennt und akzeptiert hat. Ein Akita der seine Position im Menschenrudel kennt und Akzeptiert ist ein zuverlässiger Hüter und wird seine Kraft niemals gegen sein Rudel missbrauchen dazu ist seine Bindung an den Menschen zu groß. Der Akita besitzt durch seine Jahrhunderte lange sehr enge Bindung an seine Halter eine natürliche Beißhemmung gegenüber dem Menschen. Diese Eigenschaft hat dazu geführt das eine Schutzhundausbildung mit einem Akita ein völlig sinnloses Unterfangen ist. Der Akita ist nicht bereit einen Menschen auf Befehl zu Beißen. Eine Verteidigungseinstellung in einer Notsituation für sein Rudel, kommt Automatisch wenn er es für Nötig erachtet. Beißvorfälle sind zwar eine absolute Seltenheit, können aber bei einer inkonsequenten Erziehung vorkommen, grade deshalb müssen Eltern als Halter eines Akita dieses Maß an Verantwortung vorweisen können.

 

Akita sind zu Hause sehr ruhig und unauffällig. Sie gehören zwar zu den Spitzen, aber was ein Spitz innerhalb weniger Minuten zusammen bellt, da braucht ein Akita Monate dafür. Trotzdem bewachen sie ihr Zuhause sehr konsequent und aufmerksam, evtl. Eindringlinge werden von weitem gewarnt. Meldet sich mal ein Akita ist es angesagt selbst nachzuschauen; er tut das nie ohne triftigen Grund. Fremde werden immer sehr aufmerksam beobachtet und zwar solange, bis ihnen der Status eines Freundes verliehen wird. Das geschieht nicht allzu schnell, auch Bestechungsversuche bedeuten meistens eine bittere Niederlage. Freunde wiederum bleiben von Akita auch nicht verschont – die Art der stürmischer Begrüßung lässt oft dauerhafte Spuren an der Kleidung vermuten.

 

AKITA.....

 

Dieser Text wurde vorher an einen Akita Besitzer gesendet. Dessen Antwort war folgende:

"Ich habe mir das mal durchgelesen, das ist doch absolut treffend. Ich würde es auch nicht anders schreiben. Es klingt wie eine Herausforderung sich der Rasse zu stellen. Entweder man stellt sich Ihr und geht das Risiko ein einen falschen Hund zu haben oder auch den Richtigen."

 

Ich sag:

Eines ist sicher, Ich will nie wieder einen anderen Hund als einen Akita.


Mein Dank gilt Darius für die aktive Mitarbeit und Franz für seine moralische Unterstützung :-)